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Was passiert mit meiner Solaranlage wenn der Installateur pleite geht?
Ratgeber 3. Mai 2026 10 min

Was passiert mit meiner Solaranlage wenn der Installateur pleite geht?

Die Solarbranche wächst rasant — und wie in jedem Wachstumsmarkt gibt es auch Unternehmen, die scheitern. Was passiert mit Ihrer Solaranlage, wenn der Installateur Konkurs anmeldet? Verlieren Sie Ihre Garantie? Wer kümmert sich um Reparaturen? Und was können Sie tun, um sich zu schützen, bevor das überhaupt passiert? Dieser Artikel beantwortet alle diese Fragen — klar, ehrlich und ohne Panik zu machen. Denn die gute Nachricht lautet: Eine Insolvenz des Installateurs ist kein Katastrophenszenario — wenn Sie vorbereitet sind.

25–30 Jahre

Leistungsgarantie der Module bleibt bestehen

Gewährleistung

vs. Garantie — der entscheidende Unterschied

Lokale Betriebe

haben tieferes Insolvenzrisiko

Der wichtigste Unterschied: Gewährleistung vs. Garantie

Bevor wir erklären, was bei einer Insolvenz passiert, müssen wir einen entscheidenden Unterschied verstehen — den zwischen Gewährleistung und Garantie. Die meisten Hausbesitzer verwechseln diese beiden Begriffe, aber sie sind rechtlich völlig verschieden.

Gewährleistung: Gesetzlich vorgeschrieben — kein Vertrag nötig. Richtet sich gegen den Installateur (Verkäufer der Anlage). In der Schweiz: 2 Jahre für bewegliche Teile, 5 Jahre für fest verbaute Teile (z.B. Dachkonstruktion). Deckt Mängel, die bei der Installation vorhanden waren. Bei Insolvenz des Installateurs: praktisch wertlos — kein Ansprechpartner mehr.

Garantie: Freiwilliges Versprechen des Herstellers der einzelnen Komponenten — unabhängig vom Installateur. Solarmodule: 10–15 Jahre Produktgarantie, 25–30 Jahre Leistungsgarantie. Wechselrichter: 5–10 Jahre Herstellergarantie. Batteriespeicher: meist 10 Jahre. Bei Insolvenz des Installateurs: bleibt vollständig bestehen.

Das Fazit: Wenn Ihr Installateur pleite geht, verlieren Sie Ihre Gewährleistungsansprüche — aber Ihre wertvollen Herstellergarantien auf Module, Wechselrichter und Speicher bleiben vollständig erhalten.

Leistungsgarantie der Module bleibt bestehen

25–30 Jahre

vs. Garantie — der entscheidende Unterschied

Gewährleistung

haben tieferes Insolvenzrisiko

Lokale Betriebe

Was passiert konkret bei einer Insolvenz des Installateurs?

Szenario 1 — Anlage bereits vollständig installiert und in Betrieb: Das ist das beste Szenario. Die Anlage läuft, alles ist fertig. Was Sie verlieren: Ihre Gewährleistungsansprüche gegen den Installateur für Installationsfehler, allfällige Wartungsverträge mit dem Betrieb und den direkten Ansprechpartner für kleinere Probleme. Was bleibt: alle Herstellergarantien auf Module, Wechselrichter und Speicher, die Anlage produziert weiterhin Strom, und die Einmalvergütung (EIV) ist bereits beantragt oder ausbezahlt.

Handlung: Bewahren Sie alle Unterlagen sorgfältig auf — Rechnungen, Garantiezertifikate, technische Datenblätter, Seriennummern aller Komponenten. Das ist Ihr Schutzschild.

Szenario 2 — Anlage ist halb fertig: Das ist das schwierigste Szenario. Der Insolvenzverwalter entscheidet, ob das Projekt weitergeführt wird. In den meisten Fällen müssen Sie einen neuen Installateur beauftragen, der das Projekt übernimmt. Bereits bezahlte Anzahlungen sind gefährdet — Sie werden zum Gläubiger. Handlung: Forderungen sofort beim Insolvenzverwalter anmelden, einen neuen lokalen Installateur kontaktieren und bei Kreditkartenzahlung einen Chargeback einleiten.

Szenario 3 — Vertrag unterschrieben, Bau noch nicht begonnen: Anzahlungen sind gefährdet. Handeln Sie sofort: Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden, Chargeback bei Kreditkartenzahlung prüfen, und Ihre Hausratversicherung auf Anzahlungsschutz prüfen.

Wie lange dauert ein Insolvenzverfahren in der Schweiz?

Ein Schweizer Konkursverfahren dauert typischerweise 1–3 Jahre. In dieser Zeit können Sie Forderungen beim Konkursamt anmelden und erhalten am Ende eine Quote — oft im einstelligen Prozentbereich. Herstellergarantien bleiben davon vollständig unberührt.

Realitätscheck: Die Erfahrung zeigt, dass Gläubiger am Ende eines Insolvenzverfahrens typischerweise nur 3–10% ihrer Forderungen zurückerhalten. Setzen Sie Ihre Energie lieber auf die Herstellergarantien und auf die Suche nach einem neuen lokalen Fachbetrieb für Wartung und Service.

  • Forderungen sofort beim Konkursamt anmelden
  • Herstellergarantien direkt mit den Herstellern klären
  • Neuen lokalen Installateur für Wartung und Reparaturen suchen
  • Alle Dokumente und Garantiezertifikate sorgfältig sichern

Was passiert mit der Garantie der Hersteller?

Das ist die eigentlich wichtige Frage — und die Antwort ist beruhigend. Herstellergarantien auf Module: Die Leistungsgarantie (25–30 Jahre) richtet sich direkt gegen den Modulhersteller — nicht gegen den Installateur. Wenn ein Modul nach 10 Jahren nicht mehr die garantierte Leistung bringt, wenden Sie sich direkt an den Hersteller. Der Installateur ist dabei irrelevant.

Herstellergarantien auf Wechselrichter: Gleiche Logik — die Garantie besteht zwischen Ihnen und dem Hersteller. Fronius, SMA, Huawei haben eigene Service-Hotlines und Servicepartner in der Schweiz. Was Sie brauchen: Seriennummer des Wechselrichters, Kaufbeleg/Rechnung und das Garantiezertifikat vom Hersteller. Mit diesen Dokumenten können Sie direkt beim Hersteller einen Garantiefall einleiten — ohne den Installateur.

Achtung bei günstigen No-Name-Produkten: Bei unbekannten Herstellern ohne Schweizer Niederlassung wird die Garantiedurchsetzung im Schadensfall sehr schwierig. Das ist ein weiterer Grund, warum PVPro.ch nur Installationen mit Komponenten von etablierten Markenherstellern vermittelt.

Woran erkennt man einen Installateur in finanziellen Schwierigkeiten?

Es gibt Warnsignale, die Sie vor einer Insolvenz erkennen können:

  • 🔴 Alarmsignal 1: Sehr hohe Anzahlung verlangt (mehr als 30%) lange vor Baubeginn
  • 🔴 Alarmsignal 2: Vereinbarte Liefertermine werden wiederholt ohne Erklärung verschoben
  • 🔴 Alarmsignal 3: Der Ansprechpartner ist plötzlich schwer erreichbar — E-Mails bleiben unbeantwortet
  • 🔴 Alarmsignal 4: Die Website des Unternehmens ist nicht mehr verfügbar
  • 🔴 Alarmsignal 5: Material wird kurz vor der Installation durch günstigere Alternativen ersetzt
  • 🔴 Alarmsignal 6: Andere Kunden berichten in Online-Bewertungen von ähnlichen Problemen

Wie schützen Sie sich präventiv?

1. Nur zertifizierte lokale Betriebe beauftragen: Kleine, lokale Fachbetriebe mit langjähriger Präsenz in der Region haben ein deutlich tieferes Insolvenzrisiko als schnell gewachsene nationale Anbieter. Sie kennen ihre Kunden persönlich und haben einen guten Ruf zu verlieren.

2. Anzahlungen minimieren: Zahlen Sie nie mehr als 20–30% im Voraus. Professionelle Installateure verlangen keine überhöhten Anzahlungen. Staffelzahlungen — z.B. 30% bei Bestellung, 60% bei Montage, 10% bei Inbetriebnahme — sind Standard.

3. Alles schriftlich: Bestehen Sie auf einem detaillierten Werkvertrag mit genauer Auflistung der Komponenten, Garantien, Fristen und Zahlungsbedingungen.

4. Herstellergarantien separat dokumentieren: Verlangen Sie bei der Übergabe alle Garantiezertifikate direkt vom Installateur. Bewahren Sie diese getrennt auf.

5. Markenhersteller bevorzugen: Komponenten von Fronius, SMA, BYD, Huawei haben eigene Service-Netzwerke in der Schweiz — unabhängig vom Installateur.

6. Referenzen prüfen: Fragen Sie nach Referenzkunden und rufen Sie diese an. Ein seriöser Betrieb hat zufriedene Kunden, die gerne Auskunft geben.

Warum lokale Installateure das tiefere Risiko haben

Aus unserer Erfahrung mit über 1'000 vermittelten Anlagen in der Schweiz können wir sagen: Grosse, national tätige Anbieter mit viel Werbung haben nicht automatisch das tiefste Insolvenzrisiko. Im Gegenteil — schnell gewachsene Unternehmen schrumpfen auch schnell.

  • Oft 10–30 Jahre Betriebserfahrung in der Region
  • Kennen ihre Kunden persönlich
  • Haben einen guten Ruf zu verlieren — und pflegen ihn
  • Nicht abhängig von nationalem Auftragsvolumen
  • Reagieren schneller bei Problemen — weil sie nebenan sind

PVPro.ch vermittelt ausschliesslich geprüfte lokale Fachbetriebe — keine nationalen Call-Center-Anbieter, die Aufträge an Subunternehmer weiterverkaufen.

Checkliste — Was Sie nach der Installation aufbewahren müssen

Drucken Sie diese Liste aus und legen Sie alles in einem Ordner ab:

  • ✅ Rechnung mit Auflistung aller Komponenten und Seriennummern
  • ✅ Werkvertrag mit Garantie- und Gewährleistungsvereinbarungen
  • ✅ Garantiezertifikate für Module (Produkt- und Leistungsgarantie)
  • ✅ Garantiezertifikat für Wechselrichter
  • ✅ Garantiezertifikat für Batteriespeicher (falls vorhanden)
  • ✅ Inbetriebnahmeprotokoll mit Unterschrift des Installateurs
  • ✅ EIV-Anmeldebestätigung von Pronovo
  • ✅ Anmeldung beim lokalen Netzbetreiber
  • ✅ Technische Datenblätter aller Hauptkomponenten
  • ✅ Fotos der Anlage und der Kabelführung (vor Verkleidung)

Nur geprüfte lokale Installateure — mit PVPro.ch

PVPro.ch vermittelt ausschliesslich zertifizierte lokale Fachbetriebe mit nachgewiesener Erfahrung in Ihrer Region. Kein nationales Call-Center, kein Weiterverkauf an Subunternehmer. Kostenlos bis zu 3 Offerten einholen.

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Häufig gestellte Fragen

Was passiert mit der Garantie meiner Solaranlage wenn der Installateur pleite geht?+

Die Herstellergarantien auf Module (25–30 Jahre), Wechselrichter (5–10 Jahre) und Batteriespeicher (10 Jahre) bleiben vollständig bestehen — sie richten sich direkt gegen die Hersteller, nicht gegen den Installateur. Was Sie verlieren, ist die Gewährleistung des Installateurs für Installationsfehler.

Kann ich meine Anzahlung zurückbekommen wenn der Installateur Konkurs macht?+

Sie können Ihre Forderung beim Konkursamt anmelden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Gläubiger typischerweise nur 3–10% ihrer Forderungen zurückerhalten. Bei Kreditkartenzahlung ist ein Chargeback möglich.

Wer repariert meine Solaranlage wenn der Installateur nicht mehr existiert?+

Für Reparaturen innerhalb der Herstellergarantie wenden Sie sich direkt an den Hersteller der defekten Komponente. Für sonstige Wartungsarbeiten beauftragen Sie einen anderen lokalen Fachbetrieb — PVPro.ch kann Ihnen dabei helfen.

Wie erkenne ich einen seriösen Installateur?+

Achten Sie auf: lokale Präsenz seit mindestens 5 Jahren, anerkannte Zertifizierung (Swissolar), keine überhöhten Anzahlungen, schriftlicher Werkvertrag mit detaillierten Angaben, und nachprüfbare Referenzen in Ihrer Region.

Sind lokale Installateure sicherer als nationale Anbieter?+

In der Regel ja. Kleine lokale Fachbetriebe mit langjähriger Präsenz haben oft ein tieferes Insolvenzrisiko als schnell gewachsene nationale Anbieter. Zudem reagieren sie schneller bei Problemen und kennen die lokalen Gegebenheiten besser.

Was muss ich nach der Installation aufbewahren?+

Rechnung mit Seriennummern aller Komponenten, Werkvertrag, alle Garantiezertifikate (Module, Wechselrichter, Speicher), Inbetriebnahmeprotokoll, EIV-Bestätigung und Anmeldung beim Netzbetreiber. Diese Dokumente sind Ihr Schutzschild im Schadensfall.